Systems: Shutdown!

23 Okt 2008

Heute war ich auf der Systems. Leider.

Es war einer der uninspirierendsten Tage der letzten Monate, ich habe wirklich genau nichts neues oder spannendes erfahren und nochmal für mich festgestellt, wie die Old-Economy-IT-Szene so genau nichts mit meiner Mediensozialisation und -nutzung zu tun hat..

Am Ende des Tages gab es doch noch 2 Lichtblicke, weswegen ich dann doch ganz versöhnt nach Hause fahren konnte. WitzigerÜberraschenderweise beim Bitkom, Lobbyverband der Branche, gab es interessante Themen: Eric Wahlforss sprach zu Soundcloud, deren Potential ich bislang wohl unterschätzteähmdie ich unbedingt nochmal genauer ankucken muss. Ausserdem Stefanie Hoffmann, Geschäftsführerin vom wohlbekannten Aka-Aki, die sehr witzig und charmant immer wieder die Unterschiede zwischen dem Web1.0-Publikum und ihrem Web2.0-Unternehmen süffisant aufgriff :-)

Naja, letztlich bleibt nur eines zu sagen:

Systems: Shutdown! Mach es uns allen doch nicht so schwer..

Gregor Gysi in Peissenberg

11 Sep 2008

Huh, mal schnell in die Blogstats gesehen und siehe da: An einem Tag mal schnell 50 Leute zusätzlich auf der Suche nach “Gysi in Peissenberg” hier auf dem Blog – herzlich willkommen.

Auch wenn ich überraschtIch bin nicht überrascht, wenn ich mir die Nachrichtenlage so ansehe. GoogleNews: 0 Ergebnisse, dieLinke Bayern: Nichts neues, dieLinke Oberland: immerhin: “Bericht über diese sehr gut besuchte Veranstaltung folgt.” – heute war also schon jemand an der Website, denn im Vorfeld hat sich sicher keiner schreiben getraut, dass die Veranstaltung sehr gut besucht war. Die nicht ganz kleine Tiefstollenhalle war immerhin so bestuhlt, dass Tische möglichst viel Platz einnahmen, um die Halle zu füllen. Um dann, offensichtlich überrascht, doch noch deutlich nachstuhlen zu müssen, in den hinteren Rängen wurde es dadurch fast noch eng. (Ich würde wetten, Glückskekse hat auch nicht mehr jeder bekommen. Ich kann euch aber beruhigen, es stand überall dasselbe drin, war also eher ne Themaverfehlung – und wenn man ehrlich ist, wegen dem wahnsinnig tollen Geschmack bemüht man sich nicht um Glückskekse.. – ich schweife ab? Nur wenn man erwartet, das ich hier noch inhaltlich etwas über Gregor Gysis Rede schreibe ;-)
Das sollen aber lieber die machen, die brav aufgezeichnet haben. Ich hab einfach die Rede genossen (hier könnte jetzt auch ein: “Ich hab einfach die Rede genossen, Genossen,..” stehen, nach reichlicher Überlegung kam ich dann aber doch zu dem Schluss, das mir das doch zu platt wäre..), Gysi hat wie erwartet brilliert, schnell mal eingelaufen, entspannt bis wortgewaltig, zuweilen lässig und nett (insbesondere die Situation mit der “Nachahmungstäterin” war sehr nett und souverän) sein Ding gemacht und saß keine Minute, nachdem er für “beide Stimmen für die Linken” geworben hatte, im Audi – wohin auch immer..

Um aber nochmal auf die Kernaussage zu kommen: Warum landen all die Menschen, die sich Information und Berichte wünschen, bei mir, liebe Linken? Die Antwort ist banal wie einfach: Weil ihr, genauso schlecht wie alle anderen Parteien, das Medium Internet nutzt. All die schönen Chancen, direkt und unmittelbar mit euren und potentiellen Wählern in Kontakt zu kommen – völlig ungenutzt, selbst Beckstein bekommt es mit einer “Debatte2.0” hin, zumindest den Anschein einer offenen Kommunikation mit dem Volk zu erwecken. Hubertus Heil von der SPD twittert, Julia Seeliger von den Grünen ist diesbezüglich sowieso viel weiter als viele anderen zusammen genommen. Die sollten mal als gute Beispiele genügen, den Rest müsst ihr selber machen!
Dann können eure Wähler in Zukunft auch euer Programm lesen und bleiben nicht bei Artikeln über Glückskekse hängen – 好!

undertube.tv fuer Grimme Online Award nominiert

09 Mai 2008

Yeah, wir sind mit undertube.tv fuer den Grimme Online Award nominiert:

Bitte ankucken und vor allem:

Fuer den Publikumspreis voten!

Ansonsten gibt es die naechsten Tage wieder Geschichten aus India, ich war inzwischen in der Wueste, auf Kamel-Safari, im ekligen Ratten-Tempel, beim bezaubernden goldenen Tempel von Amritsar und zuletzt ueber eine Woche mit einem Mottorad im Himalaya unterwegs – 2 Tage davon eingeschneit tief im Tal..

Stay tuned..

Free Tibet (II)

Teil 1 aus Nepal

kolktibeterin.jpg

In Kolkatta begnete ich auch noch einigen Tibetern, die Gespraeche hielten sich leider mangels ihrer Englischkenntnisse in Grenzen, sie verteilten aber auf ihren friedlichen Zuegen Informationen auf Englisch.
(Traurig uebrigens, dass man friedlich jetzt schon dazu schreiben muss – das konnte man auf tibetischer Seite mal vorraussetzen. Schon klar, jetzt kann man tausend rechtfertigende Dinge von wegen sonst werden sie ja nicht gehoert und blablabla rauslassen, aber 1. rechtfertigen sie das nicht und 2. glaub ich mittlerweile, das sich die Tibeter durch die ganze Sache mehr genommen haben als sich genuetzt).Der Text, den sie im Namen des Dalai Lama verteilt haben:

An Appeal
by H.H. The Dalai Lama

I would like to express my appreciation and gratitude to the world leaders, Parliamentarians, NGOs and members of the public who have expressed their concern over the recent deeply saddening and tragic events in Tibet. I am also grateful for their efforts to persuade the Chinese authorities to exercise restraint in dealing with the peaceful protesters, while at the same time calling for meaningful dialogue to resolve the issue.

I believe the recent demonstrations and protests are a manifestation of the deep-rooted resentment not only of the Tibetan people in the so-called Tibet Autonomous Region (TAR), but also in the outlying traditional Tibetan areas now incorporated into Qinghai, Gansu, Sichuan and Yunnan provinces, where there exist substantial communities of ethnic Tibetans.

According to reliable sources, the Chinese authorities have deployed large contingents of troops in these traditional Tibetan regions and have not only started to crack down heavily on the Tibetans allegedly involved in the unrest, but also sealed off the areas where protests have taken place.

I therefore appeal for your continued support in calling for an immediate end to the current crackdown, the release of all those who have been arrested and detained, and the provision of proper medical treatment to the injured. We are particularly concerned about the lack of adequate medical facilities, as there are reports of many injured Tibetans being afraid to go to Chinese-run hospitals and clinics.

I would also request you to encourage the sending of an independent international body, to investigate the unrest and its underlying causes, as well as allowing the media and international medical teams to visit the affected areas. Their presence will not only instill a sense of reassurance in the Tibetan people, but will also exercise a restraining influence on the Chinese authorities.

Ist auch ueber dalailama.com verifizierbar. (Sehr gute Seite uebrigens, war mir neu – inklusive aktueller Feeds. Respekt!)

outlookindia.jpg

Weiter hab ich mir die Oulook-India gekauft, da sie titelte:

Is he a problem for India?

Und, wie es sich fuer objektiven Journalismus gehoert, auch gleich noch auf der Titelseite selbst antwortet:

Yes, Dalai Lama complicates relations with China

Im uebrigen geht es im Artikel dann mit selber Tonalitaet weiter, eroeffnet wird mit:

His Holiness, the Dilemma

Den ganzen Artikel hab ich mal abfotografiert, ich hoffe, er ist einigermassen zu lesen..

Seite1-2
Seite3
Seite4
Seite5
Seite6
Seite7
Seite8

Das ganze ist sehr bitter, soll jetzt aber keinen falschen Eindruck vermitteln. Die meisten Inder inkl. dem groesseren Anteil der Regierenden stehen sehr hinter dem Dalai Lama und dem tibetischen Volk. Fuer Indien ist Tibet ein sehr heiliges Land, das in der Vergangenheit oft Ziel von Pilgerreisen war (umgekehrt gilt dies uebrigens auch fuer Indien fuer die Tibeter). Insofern ist die Beziehung oder gar die vielen tibetischen Camps und die Exilregierung nicht gefaehrdet. Bitter ist es dennoch, wenn sich eine selbsternannte Bildungselite in diesem Masse abhebt.

Auch noch ein paar Links zu interessanten Blogbeitraegen:
Stefan Niggemeier – Ein Nepal fuer ein Tibet vormachen. Niggemeier klagt die mangelnden Bildrecherchen zum Thema an, und hat Recht damit (auch wenn jetzt nicht so wichtig fuer das Thema), dennoch wird mal wieder die unsaubere Arbeit unserer Massenmedien deutlich – und bleibt somit deutlich anzuzweifeln.

Spiegelfechter – Blutige Niederschlagung oder Pogrom?. Auch Instant-Karma gegen das Reich der Mitte ist lesenswert, insbesondere die Kommentare. Beide Artikel haben bei mir erstmal Gegenwehr erzeugt, sind aber dennoch nicht falsch. Gerade bei diesem Thema ist man sehr versucht, Gut und Boese klar und eindeutig zuzuschreiben und bestimmte “Tatsachen” einfach so hinzunehmen. Meine Informationen bislang stuetzten sich tatsaechlich primaer auf die Aussagen des Dalai Lama, z.B. aus seiner Autobiografie (“Das Buch der Freiheit“). Insofern bin ich nach Lektuere obiger Beitraege etwas skeptischer zum Thema.

Letztlich bleibt meine Grundaussage, menschenrechtlich und kulturell muss sich in Tibet etwas tun – (geo-)politisch sieht die Lage wohl nicht so klar aus, wie sie scheint – bzw. von tibetischer Seite dargestellt wird. Und was an politischer Lobbyarbeit, auch von Deutschland aus passiert, damit moechte man gar nicht anfangen: Fass ohne Boden, ich hab euch gewarnt!

Aber die Franzosen sind eh mal wieder die Koenige der Revolution, kann man sich ne Scheibe abschneiden :-)

Computermedienpädagogik

zertifikat.jpgGeschafft. Nach 1,5 Jahren intensiver Auseinandersetzung mit Medienpädagogik im Weiterbildungsprogramm “Computermedienpädagogik” des Studienzentrum für evangelische Jugenarbeit in Josefstal durfte ich Donnerstag Abend das Zertifikat in Händen halten.

Ein kurzer Rückblick:

Das Weiterbildungsprogramm wird durch Prof. Dr. Roland Bader und Wolfgang Schindler geleitet, zu den Personen:

Prof. Dr. Roland Bader

Dr. phil., Diplom Psychologe; geb. 1958

Arbeitsbereiche
Seit September 2003 Professor für Medienpädagogik an der Fachhochschule Hildesheim / Holzminden / Göttingen.
Seit 1987 in der Medienpädagogik und aktiven Medienarbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen, im Medienzentrum Parabol (www.parabol.de), dem Wissenschaftlichen Institut des Jugendhilfswerks Freiburg (www.jugendhilfswerk.de), und dem Studienzentrum für evangelische Jugendarbeit in Josefstal e.V. (www.josefstal.de).

Ausbildung und berufliche Tätigkeit
Diplompsychologe, Ausbildung in Gestalttherapie.
Schwerpunkte: Medien und männliche Sozialisation, Medienpädagogik mit sozial benachteiligten Gruppen, kreative Arbeit mit audiovisuellen und IT-Medien, insbesondere Computergrafik, Video, Multimedia und Internet, eLearning in der Jugend- und Erwachsenenbildung.

Wolfgang Schindler

geboren 1950 in München, verheiratet,
drei erwachsene Kinder.
Dozent im Studienzentrum Josefstal
mit sozialwissenschaftlichem Schwerpunkt,
stellvertr. Studienleiter

Arbeitsbereiche

* Konzipierung, Durchführung und Qualitätsmanagement
des Fort- und Weiterbildungsprogrammes
* Studienarbeit
Konzeptionsfragen der Jugendarbeit, Didaktik der beruflichen Fort- und Weiterbildung
* Computermedienpädagogik
Bildungsprozesse, Kommunikation und Interaktion mit Online-Medien
* eLearning und kollegiale Beratung online
* Öffentlichkeitsarbeit und Marketing
für das Studienzentrum und als Bildungsangebot
* Projektentwicklung und -begleitung
in Einrichtungen der Jugend- und Bildungsarbeit
* Supervision
Einzel- und Gruppensupervision (nebenberuflich) mit dem Schwerpunkt Leitungsberatung und Personalentwicklung
* analytische Gruppendynamik
Ausbildungsausschuss der GaG-Sektion Gruppendynamik und Gruppenanalyse

Ausbildung

Studium der Pädagogik an den Universitäten München und Regensburg,
mit dem Studienschwerpunkt ‘Jugendarbeit und Erwachsenenbildung’ sowie ‘evangelische Theologie’ und ‘linguistische Datenverarbeitung’ ;
Diplom 1976.
Auslandsstudium und Zertifikat als ‘Youth- and Community-Worker’ am Moray House College of Education, Edinburgh.

Ausbildung zum Gruppenanalytiker; (GaG); Diplom 1989.
Aufbauausbildung als Supervisor; (GaG); Diplom1991.

Ausserdem werden zu bestimmten Themen immer wieder Gastdozenten eingeladen.

Die Weiterbildung ist in 7 Bereiche aufgeteilt, 4 Präsenzseminare, 2 e-Learing-Seminare und das Praxisprojekt:

  • MaC-Basics
    • In diesem Kursteil wird man in die Themen der Weiterbildung eingeführt, setzt sich mit Grundsätzen der Medienpädagogik auseinander und lernt die Grundhaltung der Leiter und deren grundsätzliche Ausrichtung zu MaC – Menschen am Computer – kennen. Nach dieser Woche ist es sowohl den Teilnehmern wie den Leitern vorbehalten, die Teilnahme am Programm zu beenden.
  • MaC-Soz
    • Im ersten Online-Seminar werden erste Erfahrungen zur Bildungsarbeit im Netz gemacht, ein Arbeitsraum auf der Lernplattform Moodle wird im ersten Präsenzseminar schon durch die Teilnehmer angeeignet, um dann im e-Learning-Seminar sowohl Inhalte, wie Medienkompetenz, Identitätsbildung aber auch gestalterische Grundkenntnisse, Typografie etc. vermittelt zu bekommen, als auch den Lern-Prozess und die Unterschiede zum Präsenzlernen zu reflektieren.
  • MaC-Digit
    • Die gestalterischen Ansätze aus dem e-Learning-Seminar werden vertieft, Grundlagen ästhetischer Kommunikation vermittelt und diskutiert. Weiter werden viele Konzepte digitaler Veröffentlichung erkundet und Einblicke in unterschiedliche Content-Management-Systeme, Wiki-Plattformen, Weblogs etc. gegeben. Auch Kritik zu digitalen Medien und Entwicklungen kommen nicht zu kurz, neue Probleme mit Persönlichkeitsschutz, Digital Rights Management und Datensicherheit werden (heiß) diskutiert und vertieft.
  • MaC-Net
    • Im zweiten Online-Seminar werden Konzepte zu Projektmanagement, die im lezten Präsenzseminar angerissen wurden, vertieft – insbesondere zur Vorbereitung auf das eigene Praxisprojekt. Weiter werden virtuelle Welten erforscht, was tun Menschen dort, wo halten sie sich auf, was ist der Antrieb – Sozialpsychologie des Internets. Auch in diesem Kursteil wird das eigene Praxisprojekt Thema, Themen werden heraus gearbeitet, Planung und Projektsteuerung werden auf Meta-Ebene besprochen und verfeinert.
  • MaC-Paed
    • Im dritten Präsenz-Seminar geht es insbesondere um die eigene praktische Arbeit, vor allem mit Kindern und Jugendlichen. Lernkonzepte, die sich insbesondere für Bildungsarbeit mit digitalen Medien eignen, werden genauso eingeführt wie Ansätze zur Mediendidaktik. In bewährter Weise steigt auch dieser Kursteil mit einem “Praxis-Wochenende” ein, zum ebenso entspannten wie anregenden Einstieg in die Kurswoche – in diesem Kursteil mit “Digital Storytelling” – Geschichten erzählen in Multimedia, unterstützt durch Autorensoftware. Zum Ende der Woche wird nochmal die eigene berufliche Identität in den Blick genommen, Themen der Selbstvermarktung etc. besprochen.
  • MaC-Projekt
    • Ein vollständiges computermedienpädagogisches Projekt wird durch die Teilnehmer geplant, durchgeführt und am Ende durch einen Projektbericht reflektiert und ausgewertet. Durch die Begleitung der Dozenten durch das gesamte Projekt kann die eigene pädagogische Praxis nochmals fundiert unter die Lupe genommen, Feedback eingeholt und eigene Konzepte zur Medienpädagogik verfeinert und ausgearbeitet werden.
  • MaC-Prof
    • kolloquium.jpgIn der letzten Kurseinheit geht es um die eigene berufliche Professionaliät. Im Rahmen einer bundesweit ausgeschriebenen Fachtagung kann das eigene Praxisprojekt der interessierten Fachwelt vorgestellt werden, im Kolloquium werden die Konzepte mit Experten der Medienpädagogik diskutiert – in meinem Fall waren das Kathrin Demmler vom JFF, Institut für Medienpädagogik; Alexander Buck, Medienbeauftragter der Katholischen Stiftungsfachhochschule München und Lambert Zumbrägel, Medienfachberater in Würzburg und Vorsitzender des CMP-Netz. Den Einstieg ins Thema gab Prof. Dr. Bernd Schorb zum Thema: “Web2.0 – trojanisches Pferd in der Bildungsarbeit”.

Soweit zum Rahmen.

maclogo_klein.jpgDas Weiterbildungsprogramm MaC – Menschen am Computer zum Computermedienpädagogen ist uneingeschränkt zu empfehlen. Die konsequente Ausrichtung der Dozenten auf die Menschen vor den Maschinen und nicht die Maschinen selbst, lässt einen selbst und die Kursgruppe niemals vergessen, worum es eigentlich geht: Die Nutzung digitaler Medien zur Selbstentfaltung der Jugendlichen, produktive Medienpädagogik um Medienkritik anzuregen und Medienkompetenz auf- und auszubauen. Auch in meiner Gruppe wurde deutlich, das egal aus welcher “Ecke” man kommt, religionspädagogischer Arbeit, offener Jugendarbeit, Verbandsarbeit, Jugendhilfe oder welchem eigenen Zugang man zu neuen Medien hat, eher technischer, sozialer usw. Mediensozialisation, immer der Focus auf die Menschen erstmal der richtige ist – und erst im 2. Schritt es um technische Umsetzung und der Entscheidung, welcher Medieneinsatz geeignet scheint, gehen kann.

Auch zur eigenen pädagogischen Praxis (fern von digitalen Medien) kann viel gelernt werden, ein völlig faszinierendes Zusammenspiel der unterschiedlichen Ausrichtungen und Ausbildungen der Dozenten, Wolfgang Schindlers Hintergrund als Supervisor und aus Themenzentrierter Interaktion, Roland Baders Zugang über gestalttherapeutische Elemente in die produktive Medienpädagogik und – gestaltung, lassen einen oft erstaunt beobachten, wie ein sinnvoller Wechsel aus Praxisarbeit mit eigenen Erfahrungen und Reflexionsrunden der eigenen Identitäts- und Haltungsentwicklung als Computermedienpädagoge dienen, aber auch stets auf die eigene Arbeit mit Gruppen übertragbar sind und bleiben.

So, nun bin ich Computermedienpädagoge – was schön ist, wodurch ich aber auch meine Kursgruppe “verloren” habe, mit denen ich die letzten Jahre einen intensiven, produktiven bis hin zu freundschaftlichen Prozess erlebt habe. So ging es auch anderen Kursgruppen vor uns schon..

cmp.jpgDiese kamen auf die sehr schöne Idee der Gründung eines Netzwerks. Das “CMP-Netz” – das Netzwerk Computermedienpädagogik, das, wie es sich auch durch die Weiterbildung zog, fachlichen Austausch ermöglichen, Beziehungen pflegen und vor allem auch Menschen in Kontakt halten will. Meine Mitgliedschaft ist schon in Arbeit und ich freue mich schon auf den Austausch im Kreise der Kollegen und Kollegin – in Mehrzahl hoffentlich demnächst, wenn sich auch die Frauen aus meinem Kurs einfinden :-)

solarium.jpgWas bleibt, ist die Frage nach Computermedienpädagogik mit oder ohne Computer im Namen. Diese Diskussion wird schon länger geführt und wurde auch wieder auf der Fachtagung geführt. Ich bin tendenziell eher auf der Medienpädagogik-Seite, da der Begriff inzwischen die Arbeit auch mit Computer einschließt – der Begriff entstand in einer Zeit, als dies noch nicht so wahr – sprich: Die Diskussion um den Computer in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eher Gefahrenbetont geführt wurde, um es mal nett zu umschreiben. Dabei gilt die Anerkennung an Wolfgang Schindler und Roland Bader (und natürlich auch einigen anderen), die damals schon die Chancen auch für die pädagogische Arbeit sahen und in unzähligen Fortbildungen und Workshops das Thema voran trieben. Somit: Computermedienpädagogik als Anerkennung einer Leistung und Abgrenzung in der Vergangenheit, mit Medienpädagogik als Wiederversöhnung und Schulterschluss in die Zukunft.

[Fotos by: Christa Beck; Solarium-Bild: CC by Thoddy, blog.39punkt.de]