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Computermedienpädagogik

zertifikat.jpgGeschafft. Nach 1,5 Jahren intensiver Auseinandersetzung mit Medienpädagogik im Weiterbildungsprogramm “Computermedienpädagogik” des Studienzentrum für evangelische Jugenarbeit in Josefstal durfte ich Donnerstag Abend das Zertifikat in Händen halten.

Ein kurzer Rückblick:

Das Weiterbildungsprogramm wird durch Prof. Dr. Roland Bader und Wolfgang Schindler geleitet, zu den Personen:

Prof. Dr. Roland Bader

Dr. phil., Diplom Psychologe; geb. 1958

Arbeitsbereiche
Seit September 2003 Professor für Medienpädagogik an der Fachhochschule Hildesheim / Holzminden / Göttingen.
Seit 1987 in der Medienpädagogik und aktiven Medienarbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen, im Medienzentrum Parabol (www.parabol.de), dem Wissenschaftlichen Institut des Jugendhilfswerks Freiburg (www.jugendhilfswerk.de), und dem Studienzentrum für evangelische Jugendarbeit in Josefstal e.V. (www.josefstal.de).

Ausbildung und berufliche Tätigkeit
Diplompsychologe, Ausbildung in Gestalttherapie.
Schwerpunkte: Medien und männliche Sozialisation, Medienpädagogik mit sozial benachteiligten Gruppen, kreative Arbeit mit audiovisuellen und IT-Medien, insbesondere Computergrafik, Video, Multimedia und Internet, eLearning in der Jugend- und Erwachsenenbildung.

Wolfgang Schindler

geboren 1950 in München, verheiratet,
drei erwachsene Kinder.
Dozent im Studienzentrum Josefstal
mit sozialwissenschaftlichem Schwerpunkt,
stellvertr. Studienleiter

Arbeitsbereiche

* Konzipierung, Durchführung und Qualitätsmanagement
des Fort- und Weiterbildungsprogrammes
* Studienarbeit
Konzeptionsfragen der Jugendarbeit, Didaktik der beruflichen Fort- und Weiterbildung
* Computermedienpädagogik
Bildungsprozesse, Kommunikation und Interaktion mit Online-Medien
* eLearning und kollegiale Beratung online
* Öffentlichkeitsarbeit und Marketing
für das Studienzentrum und als Bildungsangebot
* Projektentwicklung und -begleitung
in Einrichtungen der Jugend- und Bildungsarbeit
* Supervision
Einzel- und Gruppensupervision (nebenberuflich) mit dem Schwerpunkt Leitungsberatung und Personalentwicklung
* analytische Gruppendynamik
Ausbildungsausschuss der GaG-Sektion Gruppendynamik und Gruppenanalyse

Ausbildung

Studium der Pädagogik an den Universitäten München und Regensburg,
mit dem Studienschwerpunkt ‘Jugendarbeit und Erwachsenenbildung’ sowie ‘evangelische Theologie’ und ‘linguistische Datenverarbeitung’ ;
Diplom 1976.
Auslandsstudium und Zertifikat als ‘Youth- and Community-Worker’ am Moray House College of Education, Edinburgh.

Ausbildung zum Gruppenanalytiker; (GaG); Diplom 1989.
Aufbauausbildung als Supervisor; (GaG); Diplom1991.

Ausserdem werden zu bestimmten Themen immer wieder Gastdozenten eingeladen.

Die Weiterbildung ist in 7 Bereiche aufgeteilt, 4 Präsenzseminare, 2 e-Learing-Seminare und das Praxisprojekt:

  • MaC-Basics
    • In diesem Kursteil wird man in die Themen der Weiterbildung eingeführt, setzt sich mit Grundsätzen der Medienpädagogik auseinander und lernt die Grundhaltung der Leiter und deren grundsätzliche Ausrichtung zu MaC – Menschen am Computer – kennen. Nach dieser Woche ist es sowohl den Teilnehmern wie den Leitern vorbehalten, die Teilnahme am Programm zu beenden.
  • MaC-Soz
    • Im ersten Online-Seminar werden erste Erfahrungen zur Bildungsarbeit im Netz gemacht, ein Arbeitsraum auf der Lernplattform Moodle wird im ersten Präsenzseminar schon durch die Teilnehmer angeeignet, um dann im e-Learning-Seminar sowohl Inhalte, wie Medienkompetenz, Identitätsbildung aber auch gestalterische Grundkenntnisse, Typografie etc. vermittelt zu bekommen, als auch den Lern-Prozess und die Unterschiede zum Präsenzlernen zu reflektieren.
  • MaC-Digit
    • Die gestalterischen Ansätze aus dem e-Learning-Seminar werden vertieft, Grundlagen ästhetischer Kommunikation vermittelt und diskutiert. Weiter werden viele Konzepte digitaler Veröffentlichung erkundet und Einblicke in unterschiedliche Content-Management-Systeme, Wiki-Plattformen, Weblogs etc. gegeben. Auch Kritik zu digitalen Medien und Entwicklungen kommen nicht zu kurz, neue Probleme mit Persönlichkeitsschutz, Digital Rights Management und Datensicherheit werden (heiß) diskutiert und vertieft.
  • MaC-Net
    • Im zweiten Online-Seminar werden Konzepte zu Projektmanagement, die im lezten Präsenzseminar angerissen wurden, vertieft – insbesondere zur Vorbereitung auf das eigene Praxisprojekt. Weiter werden virtuelle Welten erforscht, was tun Menschen dort, wo halten sie sich auf, was ist der Antrieb – Sozialpsychologie des Internets. Auch in diesem Kursteil wird das eigene Praxisprojekt Thema, Themen werden heraus gearbeitet, Planung und Projektsteuerung werden auf Meta-Ebene besprochen und verfeinert.
  • MaC-Paed
    • Im dritten Präsenz-Seminar geht es insbesondere um die eigene praktische Arbeit, vor allem mit Kindern und Jugendlichen. Lernkonzepte, die sich insbesondere für Bildungsarbeit mit digitalen Medien eignen, werden genauso eingeführt wie Ansätze zur Mediendidaktik. In bewährter Weise steigt auch dieser Kursteil mit einem “Praxis-Wochenende” ein, zum ebenso entspannten wie anregenden Einstieg in die Kurswoche – in diesem Kursteil mit “Digital Storytelling” – Geschichten erzählen in Multimedia, unterstützt durch Autorensoftware. Zum Ende der Woche wird nochmal die eigene berufliche Identität in den Blick genommen, Themen der Selbstvermarktung etc. besprochen.
  • MaC-Projekt
    • Ein vollständiges computermedienpädagogisches Projekt wird durch die Teilnehmer geplant, durchgeführt und am Ende durch einen Projektbericht reflektiert und ausgewertet. Durch die Begleitung der Dozenten durch das gesamte Projekt kann die eigene pädagogische Praxis nochmals fundiert unter die Lupe genommen, Feedback eingeholt und eigene Konzepte zur Medienpädagogik verfeinert und ausgearbeitet werden.
  • MaC-Prof
    • kolloquium.jpgIn der letzten Kurseinheit geht es um die eigene berufliche Professionaliät. Im Rahmen einer bundesweit ausgeschriebenen Fachtagung kann das eigene Praxisprojekt der interessierten Fachwelt vorgestellt werden, im Kolloquium werden die Konzepte mit Experten der Medienpädagogik diskutiert – in meinem Fall waren das Kathrin Demmler vom JFF, Institut für Medienpädagogik; Alexander Buck, Medienbeauftragter der Katholischen Stiftungsfachhochschule München und Lambert Zumbrägel, Medienfachberater in Würzburg und Vorsitzender des CMP-Netz. Den Einstieg ins Thema gab Prof. Dr. Bernd Schorb zum Thema: “Web2.0 – trojanisches Pferd in der Bildungsarbeit”.

Soweit zum Rahmen.

maclogo_klein.jpgDas Weiterbildungsprogramm MaC – Menschen am Computer zum Computermedienpädagogen ist uneingeschränkt zu empfehlen. Die konsequente Ausrichtung der Dozenten auf die Menschen vor den Maschinen und nicht die Maschinen selbst, lässt einen selbst und die Kursgruppe niemals vergessen, worum es eigentlich geht: Die Nutzung digitaler Medien zur Selbstentfaltung der Jugendlichen, produktive Medienpädagogik um Medienkritik anzuregen und Medienkompetenz auf- und auszubauen. Auch in meiner Gruppe wurde deutlich, das egal aus welcher “Ecke” man kommt, religionspädagogischer Arbeit, offener Jugendarbeit, Verbandsarbeit, Jugendhilfe oder welchem eigenen Zugang man zu neuen Medien hat, eher technischer, sozialer usw. Mediensozialisation, immer der Focus auf die Menschen erstmal der richtige ist – und erst im 2. Schritt es um technische Umsetzung und der Entscheidung, welcher Medieneinsatz geeignet scheint, gehen kann.

Auch zur eigenen pädagogischen Praxis (fern von digitalen Medien) kann viel gelernt werden, ein völlig faszinierendes Zusammenspiel der unterschiedlichen Ausrichtungen und Ausbildungen der Dozenten, Wolfgang Schindlers Hintergrund als Supervisor und aus Themenzentrierter Interaktion, Roland Baders Zugang über gestalttherapeutische Elemente in die produktive Medienpädagogik und – gestaltung, lassen einen oft erstaunt beobachten, wie ein sinnvoller Wechsel aus Praxisarbeit mit eigenen Erfahrungen und Reflexionsrunden der eigenen Identitäts- und Haltungsentwicklung als Computermedienpädagoge dienen, aber auch stets auf die eigene Arbeit mit Gruppen übertragbar sind und bleiben.

So, nun bin ich Computermedienpädagoge – was schön ist, wodurch ich aber auch meine Kursgruppe “verloren” habe, mit denen ich die letzten Jahre einen intensiven, produktiven bis hin zu freundschaftlichen Prozess erlebt habe. So ging es auch anderen Kursgruppen vor uns schon..

cmp.jpgDiese kamen auf die sehr schöne Idee der Gründung eines Netzwerks. Das “CMP-Netz” – das Netzwerk Computermedienpädagogik, das, wie es sich auch durch die Weiterbildung zog, fachlichen Austausch ermöglichen, Beziehungen pflegen und vor allem auch Menschen in Kontakt halten will. Meine Mitgliedschaft ist schon in Arbeit und ich freue mich schon auf den Austausch im Kreise der Kollegen und Kollegin – in Mehrzahl hoffentlich demnächst, wenn sich auch die Frauen aus meinem Kurs einfinden :-)

solarium.jpgWas bleibt, ist die Frage nach Computermedienpädagogik mit oder ohne Computer im Namen. Diese Diskussion wird schon länger geführt und wurde auch wieder auf der Fachtagung geführt. Ich bin tendenziell eher auf der Medienpädagogik-Seite, da der Begriff inzwischen die Arbeit auch mit Computer einschließt – der Begriff entstand in einer Zeit, als dies noch nicht so wahr – sprich: Die Diskussion um den Computer in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eher Gefahrenbetont geführt wurde, um es mal nett zu umschreiben. Dabei gilt die Anerkennung an Wolfgang Schindler und Roland Bader (und natürlich auch einigen anderen), die damals schon die Chancen auch für die pädagogische Arbeit sahen und in unzähligen Fortbildungen und Workshops das Thema voran trieben. Somit: Computermedienpädagogik als Anerkennung einer Leistung und Abgrenzung in der Vergangenheit, mit Medienpädagogik als Wiederversöhnung und Schulterschluss in die Zukunft.

[Fotos by: Christa Beck; Solarium-Bild: CC by Thoddy, blog.39punkt.de]

 

Ein Antwort

  1. […] Fachtagung, die ich sehr empfehlen kann (*MaC=Menschen am Computer – ich schrieb hier schonmal zum Kursprogramm). Gerade referiert Maren Würfel zu den Ergebnissen des […]

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