Monkey Jazz

27 Okt 2008


YouTube Direktbeardyman

Beardyman did it again: Was für ein großartiges Teil Videokunst, ganz abgesehen von Beardymans Beatboxing-Fähigkeiten. Unbedingt bis 1:47 dran bleiben, dann gehts völlig ab..

[via, Screenshot von beardyman.co.uk/pictures]

Smile

26 Okt 2008


YouTube Direktstimulate

Daito Manabe stimuliert elektrisch sein Gesicht im Takt zu Elektronik-Musik.

Ist der am Ende..

[via]

Systems: Shutdown!

23 Okt 2008

Heute war ich auf der Systems. Leider.

Es war einer der uninspirierendsten Tage der letzten Monate, ich habe wirklich genau nichts neues oder spannendes erfahren und nochmal für mich festgestellt, wie die Old-Economy-IT-Szene so genau nichts mit meiner Mediensozialisation und -nutzung zu tun hat..

Am Ende des Tages gab es doch noch 2 Lichtblicke, weswegen ich dann doch ganz versöhnt nach Hause fahren konnte. WitzigerÜberraschenderweise beim Bitkom, Lobbyverband der Branche, gab es interessante Themen: Eric Wahlforss sprach zu Soundcloud, deren Potential ich bislang wohl unterschätzteähmdie ich unbedingt nochmal genauer ankucken muss. Ausserdem Stefanie Hoffmann, Geschäftsführerin vom wohlbekannten Aka-Aki, die sehr witzig und charmant immer wieder die Unterschiede zwischen dem Web1.0-Publikum und ihrem Web2.0-Unternehmen süffisant aufgriff :-)

Naja, letztlich bleibt nur eines zu sagen:

Systems: Shutdown! Mach es uns allen doch nicht so schwer..

Die Mutter aller Krisen

In Telepolis ein sehr lesenswertes Interview mit Robert Kurz, seines Zeichens Krisentheoretiker und deswegen auf meiner Seite mit hoher Kompetenzvermutung bedacht, sprich: Ich kann dieses verdammte Politiker-Geschwätz, diese dreisten Lügen nicht mehr hören – deswegen bin ich dankbar um fundierte andere Meinungen, bitte mehr Links zu dem Thema in die Kommentare. Das Thema ist gleichwohl komplex wie unbeschreiblich wichtig. Ich denke, in genau solch schlimmen Zeiten (Umverteilung unserer Gelder auf die Superreichen, Bundeswehreinsatz im Inneren – all das passiert gerade, wahnsinn!), kombiniert mit einer katastrophalen massenmedialen Versorgung an echten(!) Informationen ist es umso wichtiger, informiert und nicht verblendet (ein Freund drückte es sehr schön aus: ..in einer Zeit, wo den Menschen die Beschäftigung mit allem was komplexer als Knut ist, schwer fällt..) als mündiger Bürger all dem begegnen zu können!

Laut Marx ist die “Substanz” von Wert und Verwertung (Mehrwert) die Verausgabung abstrakter menschlicher Energie in dieser gesellschaftlichen Form. Arbeitskraft kann aber nur auf der jeweiligen Höhe des von der Konkurrenz gesetzten Produktivitätsstandards angewendet werden. Darin liegt ein systemischer Selbstwiderspruch, der auf wachsender historischer Stufenleiter in Erscheinung tritt. Je höher die Produktivkraft durch Verwissenschaftlichung, desto geringer die Wertsubstanz der einzelnen Ware und desto größer die Vorauskosten der Produktion. Die Bewegung dieses Widerspruchs führt dazu, dass die Märkte unaufhörlich wachsen müssen und die Verwertung immer stärker vom Kredit als Vorgriff auf zukünftigen Mehrwert abhängig wird.

In der 3. industriellen Revolution der Mikroelektronik kulminiert dieser Widerspruch. Wachstum geht nur noch durch wachsende Verschuldung auf allen Ebenen, also durch einen immer größeren Vorgriff auf zukünftigen Mehrwert, der real nicht mehr eingelöst werden kann, weil die Produktivitätssteigerung die Wertsubstanz aushöhlt. Bereits in den 80er Jahren begann sich der “Finanzüberbau” von der realen Mehrwertproduktion zu entkoppeln. Globale Massenarbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung, Prekarisierung einerseits und die Expansion von “fiktivem Kapital” andererseits bildeten die Kehrseite derselben Medaille.

Auch wenn es sich nicht ganz einfach liest – bitte unbedingt vollständig lesen, das ist das plausibelste, was mir bislang zum Thema untergekommen ist! Und schließt (fast) mit:

Telepolis: Peer Steinbrück hat einen so genannten 8-Punkte-Plan zur Beseitigung des Bank-Unheils vorgelegt. Was halten Sie von seinen Vorschlägen?

Robert Kurz: Dieser optimistisch so genannte Plan ist ein hilfloses Quatschprogramm und sowieso schon nach wenigen Tagen Makulatur. Er enthielt nur ebenso banale wie wohlfeile Forderungen nach “mehr Transparenz” der Bankgeschäfte, völlig unbestimmte Überlegungen zur Re-Regulierung und das populistische Anwamsen an den Volkszorn gegen “zu hohe Managergehälter” als bloßes Ablenkungsmanöver.[...]

Im Netz gibt es ja so eine Unart, Lesebefehle zu vergeben. Würde ich das auch machen, wäre dieser Artikel sicher mit dabei!

Und bitte: Links in die Kommentare, Diskussion in den Kommentaren – wie ihr wollt, aber nicht resignieren, das zählt nicht!

[Foto: Motograf@Flickr]

Reich-Ranickis gerechter Zorn

13 Okt 2008

..um es mit den Worten von Elke Heidenreichs FAZ-Artikel zu sagen.


YouTube Direktranicki-zorn

Ich mochte diesen Reich-Ranicki ja noch nie, er erzählt, dass er es als seine Aufgabe versteht, die Literatur, die Schönheit der Sprache den Menschen näher zu bringen – ich glaube, ausser einem sehr speziellen Kreis bringt er lediglich den Umschaltknopf der Fernbedienung näher. Weil es eben oft nicht lustbesetzt ist, einem raunenden Alten zu zuhören. Zumindest ging es mir so..

Aber jetzt, einfach da zu stehen, zu erzählen, dass es durchaus angesehene Preise gibt, dass es durchaus auf Arte auch mal was sehenswertes gibt – das aber sowohl der Inhalt dieses Preises als auch das normale Fernsehprogramm eine Zumutung ist – das ist ein wahres Fest! Vielen Dank!

Sehr schön dazu auch o.g. Artikel, besser kann ich es nicht ausdrücken, deswegen lass ich es:

..und dann wurde er herausgeführt aus der Hölle dieser Halle, und der Moderator sagte, nun wörtlich: „So, jetzt sind wir wieder unter uns und können weitermachen.“

Klar. Der Kritiker, der Spielverderber ist weg, nun ziehen wir unsere hirnlose Scheiße durch bis zum Schluss. Wo waren die Programmdirektoren und Intendanten in diesem Augenblick, warum kam keiner von ihnen auf die Bühne, um etwas zu sagen? Weil es verknöcherte Bürokarrieristen sind, die das Spontane längst verlernt haben, das Menschliche auch, Kultur schon sowieso.

Man schämt sich, in so einem Sender überhaupt noch zu arbeiten. Von mir aus schmeißt mich jetzt raus, ich bin des Kampfes eh müde. Ich schäme mich, ich entschuldige mich stellvertretend für alle Leidenden an diesen Zuständen, und derer sind auch in diesen verlotterten Sendern noch viele, bei Marcel Reich-Ranicki für diesen unwürdigen Abend. Ja, bitte nimm den Preis nicht an, jetzt nicht und nie. Lass dich nicht einlullen. Und rede nicht mit den Vertretern der Sender, es bringt nichts. Sie werden es nicht begreifen.