Tommi ist so, wie er lebt, glücklich und zufrieden
Hinter der Stahltür mit der Aufschrift „Schlosserei“ schreit die erste Schleifmaschine auf, Menschen in Arbeitsblau schlurfen über Industrieparkett wie über eine Bühne, sehr langsam. Vorn an der Tür sitzt Karl-Heinz, er wünscht jedem, der reinkommt und rausgeht, „einen schönen guten Tag“. Das ist sein Job. Ganz hinten im Lärm steht ein Mädchen – eine Frau? –, noch ein wenig runder als Thomas. Sie schleift Metallwinkel, aus denen einmal Befestigungen für Markisen werden sollen.
Hallo, Michaela.
„Hallo, du!“
Was machst du da gerade?
„Arbeit!“
Sie schließt die Augen, ballt die Fäuste und kichert, glockenhell. So muss es sein, wenn man beinahe platzt vor Freude. Sie ist wie damals. Ein Gefühlsmensch und – ja: ein Glückskind! Wie schön.
Henning Sußebach war Zivildienstleistender. Das ist 15 Jahre her. Heute machte er sich auf, die von ihm damals Betreuten wieder zu finden – und skizziert dies in der Zeit.
Lesenswert, nicht nur für Menschen, die mit Behinderung nichts zu tun haben..
[via]
ausländisch klingende Hotels für NPD?
Dieser Brief wurde vom Hotel “Holiday Inn Dresden” an die Herren Apfel und Delle der NPD geschickt – sollte ich mal ein Hotel in Dresden benötigen, weiß ich, welches das sein wird – grandiose Aktion, vollsten Respekt!
NPD Fraktion im Sächsischen Landtag
Herren H. Apfel und A. Delle
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden Frankfurt, 18. Oktober 2007
Ihre Zimmerreservierung im Holiday Inn Dresden
Sehr geehrter Herr Apfel,
sehr geehrter Herr Delle,
wir erhielten heute Ihre über www.hotel.de getätigte Reservierung für den 7. November 2007 und
sind einigermassen erstaunt, dass Sie ausgerechnet ein amerikanisches Hotelunternehmen mit
ausländisch klingendem Namen bevorzugen.
Da Sie in unserem Hause nicht willkommen sind und ich es auch meinen Mitarbeitern nicht zumuten
kann, Sie zu begrüssen und zu bedienen, haben wir hotel.de gebeten, die Buchung zu stornieren.
Sollte dies aus vertraglichen Gründen nicht möglich sein, darf ich Sie darauf hinweisen, dass ich
sämtliche in unserem Hause durch Sie getätigten Umsätze unmittelbar als Spende an die Dresdner
Synagoge weiterleiten werde. Betrachten Sie dies als kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung für die Schäden, die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem ihren früheren
Besuchern zugefügt haben.
Eine Kopie dieses Schreibens leiten wir an die Dresdner Presse weiter.
In der Hoffung, daß Sie eine zu Ihnen passende Unterkunft finden und uns Ihr Besuch erspart bleibt
verbleiben wir
mit freundlichen Grüssen
MACRANDER HOTELS GmbH & Co. KG
[via]
Geocachen mit Südwild und den Woidboyz
Freitag war ich mit dem neuen BR-Jugendmagazin geocachen.
Der BR will jüngeres Publikum ansprechen und hat dafür jetzt ein neues Jugendmagazin gestartet – Südwild. Die Idee klingt erstmal nicht schlecht: Ein Doppeldecker-Bus soll durch bayerische Lande ziehen, jugendliche Moderatoren sollen jede Woche von einem anderen Ort jugendrelevantes berichten. Um die Moderatoren zu finden, gibts zweimal die Woche ein Moderatoren-Casting, den Rest der Woche füllen erstmal bis Januar die Woidboyz, die schonmal durch Bayern touren um zukünftige Locations auszuchecken und interessante Menschen zu finden.
Die Woidboyz sind 4 Jungs, die auf sich durch trashige, skurille Videos aufmerksam gemacht haben, das schaut man sich am besten selbst an:
[youtube]http://youtube.com/watch?v=etReq5uoKq8[/youtube]
Ich hab mal das Weihnachstspecial ausgewählt, das gefällt mir besonders gut, und wird ja auch bald (omg!) schon wieder aktuell.
Die Jungs, ich konnte leider nur 2, Uli und Andi kennenlernen, sind richtige Rampensäue die Vollgas geben. Entgegen dem ersten Eindruck, den man vielleicht haben könnte, machen sie das, was sie tun, aber gar nicht so unreflektiert – und schon gar nicht laienhaft, mit viel Erfahrung auf Videoplattformen, einem eigenen Kinofilm (Woidboyz – the MuhVieh, Trailer kucken, Mannmannmann – ihr Freaks! Bitte mir schicken, will ich sehen!), zig Pressereaktionen, Interviews, und einem (abgeschlossenen(?)) Medientechnik-Studium sind die Jungs jetzt schon Medienprofis bzw. auf einem guten Weg dorthin.
Ob das Konzept vom BR so aufgeht und ob es eine gute Idee ist, mit aller Gewalt sein Publikum verjüngen zu wollen, bleibt noch abzuwarten. Ob es reicht, eine externe Produktionsfirma zu beauftragen, MTV-Kamera-Männer anzuheuern und jugendrelevante Themen im wesentlichen mit Sex, Drugs and Rock´n´roll zu umreissen – man wird sehen. Anders herum scheinen schon auch inhaltliche Ansprüche da zu sein, so zeugt zumindest der Besuch einer Klinik für übergewichtige Kinder davon.
In dem Zusammenhang auch sehr witzig: Eine google-Suche nach AVE, der Name der Produktionsfirma, ergibt an erster Stelle: “AVE – die Entsorger”, was das Konzept der Beauftragung einer externen Produktionsfirma für ein groß angekündigtes tägliches Jugendmagazin ja ganz gut beschreibt – das Personal kann bei einem möglichen Versagen der Sendung genauso schnell entsorgt werden, wie sie angeheuert wurden (jaja, gängige Praxis, macht es aber nicht besser). AVE selbst scheint auch nicht wirklich überzeugt, eine Suche auf der eigenen Seite ergibt 0 Treffer bei “Südwild”.
Die Geocaching-Aktion war sehr nett, ich bin schon sehr gespannt auf die Folge (Datum weiß ich leider selbst nicht, irgendwann um 1. November), da ich die Wege der beiden Jungs, die in Begleitung 2er junger Damen sich getrennt auf den Weg machten, selbst nicht erlebte und auch erst dann in der Sendung sehen werde..
Patrick von MCaM und *verdammt, jetzthabichdochglatt..*, die Kameramänner – mordsfetzen, und vermutlich genau richtig bei Südwild
Uli und Andi, die beiden Woidboyz, beim kennenlernen der Mädels..
Mathias, einer der Redakteure bei dem, was Redakteure halt so tun – telefonieren :-)

Uli fühlt sich sichtlich wohl – auch weil er Erfolgreich beim Geocachen war? Seht selbst..
Was bleibt also abschließend zu sagen? (Ich hab schließlich dem Redakteur einen kritischen Blog-Artikel angedrohtkündigt, da will ich doch nicht enttäuschen!).
Schwer zu sagen – wenn Fernsehen ein Jugendmagazin angeht, ist das sicherlich schonmal grundsätzlich anders als das Medienpädagogen täten. Ich hab bisher mangels Fernseher (kurz an dieser Stelle: Liebe GEZ, ich hab das nicht nur angekreuzt, das ist tatsächlich so! Vielleicht hätten wir das dann damit auch geklärt, danke!) noch keine Sendung gesehen, insofern auch schwer zu urteilen. Aus dem doch kurzweilig tieferen Einblick in die Produktion gibt es ein paar Dinge zu sagen, die im wesentlichen schon angeklungen sind. BR ist nur bedingt konsequent bis unkonsequent, hat aber sicher nicht ganz falsch gehandelt, sich das mangelnde “Jugend-KnowHow” einzukaufen. Ob es nicht auch klug wäre, sich mit denen, die seit vielen Jahren Jugendarbeit in Bayern machen (Jugendverbände, Jugendfilm-Leuten etc.) auf Augenhöhe(!) zusammen zu tun und gemeinsam ein Format zu entwickeln, ist nicht nur eine Frage sondern tatsächlich eine Aussage (ob es da nicht doch konstruktive Gespräche gibt, kann ich nicht sagen, klang bisher aus verschiedenen Ecken nicht so, da ist vermutlich Fernsehen einfach so wie Fernsehen ist – eigen).
Die hohe Qualität, die an öffentlich-rechtliches Fernsehen zu Recht gestellt wird, zu paaren mit einem Jugendmagazin, das nicht nur da ist, sondern tatsächlich auch Jugendliche erreicht ist ganz bestimmt keine leichte Aufgabe. Ein Infotainment-Magazin aufzubauen, das Spaß mit gesellschaftskritischen und nicht-mainstreamtauglichen Themen verbindet, das ganze Mobil, moderiert und gestaltet durch Jugendliche plus eine hoffentlich vernünftige Möglichkeit an Beteiligung weiterer Jugendlicher durch Web(-Videos) und vor Ort könnte dem Anspruch an Qualität jedoch gerecht werden. Ich wiederhole mich:
Ich bin sehr gespannt!
Und Woidboyz: Hauts nei! Da geht noch einiges!
Bogenschiessen in Waidring und Kössen
Erstmal vorab: Beide Parcours sind ein Traum, je 28 Ziele in grandioser Landschaft, anspruchsvolles Gelände, beide mitten in den Bergen und somit auch viele anspruchsvolle Bergauf- und Bergabschüsse – sehr sehr lecker, das!
Waidring liegt traumhaft schön, sie selbst schreiben, sie haben “einen der schönsten Jagdbogenparcours Europas” – und damit übertreiben sie wahrscheinlich nicht oder zumindest nicht sehr..
Der Bär war ein wunderbarer Schuss über gut 60m Distanz über eine Schlucht.
..und lachte mich aus, da ich es auch auf 4 Pfeile nicht schaffte, ihn zu treffen – der SauBär.
Es gibt 2 Touren á 28 Ziele, beide sind in ca. 2,5 – 3 Stunden zu gehen:
Der Parcour in Waidring wird von Martin Huber betreut, der auch eine Gaststätte mit Übernachtungsmöglichkeiten und ausserdem einem Indoor-3D-Parcour betreibt, der den Hausgästen vorbehalten ist – wer also Bogensport-Urlaub machen will ist hier bestens aufgehoben, untertags auf die beiden 3D-Parcours, zwischendurch ein bisschen was für die Technik auf dem (kleinen) Fita-Platz und abends noch in die Safari-Themen-Halle..
In Kössen gibt es 2 Parcours, ich kenne nur den im Steinbruch, der sehr schön ist. Der Steinbruch inkl. Tippi, toller Anlage mit Bogenshop gehört zu FishandBow, nähere Infos drüben auf deren Website.
Na, wer entdeckt ihn?
Einer der schönsten Schüsse auf dem Parcour, ein toller Steinbock, direkt vor dem Fels, wo er hingehört – ebenso wie der Pfeil:
Leider aber erst, nachdem ich einen Pfeil an den Fels gedonnert habe – der, wie 9 andere an diesem Wochenende, zu Bruch ging – so dass ich am Ende mit leerem Köcher da stand, bitter:
Das erste Bild zeigt eine dummeMetall-Sau in Waidring – da heisst es Treffen oder Pfeilbruch hinnehmen – oder ganz weit daneben schiessen – Daniel F. entschied sich für letzteres, ich mich für die dämlichste Variante – nur knapp vorbei ist nämlich nicht daneben, sondern eben kaputt..
Das zweite Bild zeigt einen der kuriosesten Pfeile, die ich bisher erlebte: Beim Abschuss fängt er komisch zu surren an, um nach ca. 20m steil nach unten abzustürzen und zerbrochen liegen zu bleiben – sehr merkwürdig, ich war letztlich froh, das nichts passiert ist..
Posing for the camera..
Dank nochmal an Daniel für die tolle Wochenend-Heimat am Chiemsee und Gruß an die “Kletter-Mädels” ;-) – sehr nettes Wochenende, schreit nach Wiederholung..











